Südkurier

Klar Schiff in der Buchbühlhalle

In der restlos ausverkauften Buchbühlhalle zündeten die Akteure des Musikballes ein dreistündiges Programm voller Überraschungen. Mit Tanz, Gesang und mancherlei Ungereimtheiten aus dem vergangenen Jahr verstanden es die Akteure, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Das i-Tüpfelchen dabei war der Auftritt von Werner Strobel als Troubadour.

Ostrach (sk) Traditionsgemäß eröffneten die Musiker mit ihrem Einzug den Musikball 2008. Das närrische Programm eröffneten die Jungmusikerinnen, die als Nonnen zeigten, wie sie sich das Klosterleben vorstellen könnten. Dabei konnte Ilona Brugger mit ihren Mädchen auch der Nonnentracht durchaus Vorteile abgewinnen.

"Dr Oi und die Ander" - Rudi Kober und Karina Halder als singende Clowns, versprachen bei ihrem letztjährigen Auftritt, dass sie auch dieses Jahr wieder die Ostracher mit ihren Besonderheiten in der ihnen eigenen Art bringen werden. Vom Neubau des Norma-Marktes bis zur Bürgermeisterwahl: für alles gab es den richtigen Ton und den aufklärenden Song. So auch von der Ostracher Geschäftsfrau, welche den neuen Bürgermeister zum Schutzpatron auserkoren hat, oder dem 70er Fest ohne Show-Gesang. Natürlich durfte auch der Grund für die immer wieder hohe Polizeipräsenz spätabends in Ostrach nicht fehlen. Dazwischen gab es artistische Einlagen, bei denen das Publikum in den vorderen Reihen plötzlich ins Schwitzen kam, als die Teller ins Publikum flogen.

Mit dem Auftritt von internationalen Stars begeisterten die Jungmusikanten das Publikum. Von Heino bis Michael Jackson, von Mozart bis Elvis wurden viele Stars aufgeboten und das Publikum begeistert. Christina Strobel hat hier Ihre Truppe stilecht und passend den Stars zugeordnet und erntete so einige Lacher und anhaltenden Applaus als Belohnung. Mit seinem Spontanauftritt als Ansagerin "Olga" bewies Helmut Ferrari einmal mehr, welch närrisches Talent in ihm steckt.

Die vier Musketiere alias vier Bürgermeisterkandidaten des vergangenen Jahres deckten alles rund um die Ostracher Bürgermeisterwahl auf. So wurde das Wahlergebnis der ausgefeilten Werbetaktik von Christoph Schulz zugeschrieben. Seine Prospekte hätten sogar Gottesdienstbesucher im Gotteslob gefunden. Auch das enttäuschende Abschneiden der Mitbewerber wurde erläutert. So seien in Ostrach gelbe Socken und rote Lieblingsschals durchaus Gründe für eine Nichtwahl, ebenso wie schwer aussprechbare Nachnamen. Imposant war das Schlussbild der vier gekreuzten Klingen im Scheinwerferspot. Ein toller Beitrag von Peter Hornstein, Erich Härle, Wolfgang Strobel und Felix Baier.

Danach stürmten weibliche Matrosen die Bühne und machten Klar-Schiff. Plötzlich wurde das Schiff von Piraten geentert, aber wie in jedem Piratenfilm auch, gab es sein Happy-End und Matrosen und Piraten verbrüderten sich. Yvonne Brugger und Julia Benz haben hier im Vorfeld so manche Musiker in etlichen Proben ins Schwitzen gebracht.

Dann betrat der Troubadour die Ostracher Halle und mit der gleichen Melodie, die ihn schon in früheren Jahren beim Ostracher Musikball ankündigte, zog er das närrische Publikum in seinen Bann. Mit seiner unnachahmlichen Art entfachte er auf der Bühne wahre Lachsalven beim Publikum. In den selbst getexteten Liedern wurden ganz banale Gegenstände wie der Deo-Roller oder das Handy beleuchtet. Werner Strobel streute dabei so manche Lebensphilosophie ins Publikum, die sowohl in der Fasnet als auch danach zu gelten hat.

Die weiblichen Matrosen verbrüderten sich am Ende mit den Piraten, die das Schiff zuvor geentert hatten.

 


Schwäbische Zeitung